Bundeswehr an Piendl Schule

Am Freitag, den 14. Februar wird die Bundeswehr an meiner Schule antreten. Viel ist die Rede von Abenteuer und Kameradschaft, von Aufstiegsmöglichkeiten und Qualifikationsmöglichkeiten, von Verantwortung und Ethik. Wenig erfährt man vom Morden und Sterben, vom kriegsführenden Deutschland und vom Posttraumatischen Stresssyndrom der Soldatinnen und Soldaten, die von den Kriegen zurückkehren.

Die Bundeswehr hat ein Rekrutierungsproblem. Seit Jahren fällt es ihr schwer den benötigten Nachwuchs anzuwerben. Für die Nachwuchswerbung der Bundeswehr werden jährlich über 10 Millionen Euro ausgegeben. Besonders in den Fokus geraten dabei
die Schulen. Die Bundeswehr spricht durch ihre Auftritte an
Schulen, die soziale Not, die Arbeits- und Perspektivlosigkeit vieler Jugendlicher an. Wehrdienstberater und Jugendoffiziere werben für eine Karriere bei der Bundeswehr und den Beruf des Soldaten,
den sie als völlig normalen Beruf darstellt.
Jedoch es ist dem nicht so:

Kanonenfutter

Deutschland führt Krieg. Und das – wie immer deutlicher wird – nicht etwa, um Terrorismus zu bekämpfen oder Frauenrechte zu erstreiten, sondern aus wirtschaftlichen Gründen. Wo es Krieg gibt, gibt es auch Unrecht und Elend, Tote und Verletzte.

Frauen in den Streitkräften

Während das vergangene Jahres wurden insgesamt 64 Fälle von sexuellen Übergriffen offiziell gemeldet. Alltag ist auch Diskriminierung im Zusammenhang mit Schwangerschaft sowie beleidigende und frauenfeindliche Sprüche.

Rechtsextreme Vorfälle

58 extremistische Vorfälle innerhalb der Bundeswehr wurden letztes Jahr gemeldet. Der Spiegel berichtete über den genaueren Inhalt der Vorfälle (9.2013): „Sie brüllten Nazi-Parolen, äußerten Hass auf Juden oder nötigten afghanische Kinder zum Hitlergruß“.

Die Bundeswehr rekrutiert zunehmend Minderjährige

Im Jahr 2012 waren 1216 unter 18-jährige bei der Bundeswehr tätig. Damit verstößt die Bundeswehr fortwährend gegen die Intention der UN-Kinderrechtskonvention. Über 150 Staaten haben
inzwischen darauf verzichtet, unter 18-jährige überhaupt einzuziehen. Die Bundesrepublik gehört nicht dazu!

Der Koalitionsvertrag

bedeutet eine neue Stufe der Militarisierung bundesdeutscher Außenpolitik. Einig war man sich nicht nur darin, die Militarisierung Deutschlands zielstrebig weiter voranzutreiben, sondern auch Maßnahmen zu „Machtpolitischer Verantwortung“ einzubetten. Damit den deutschen Großmachtambitionen auch künftig genug Personal zur Verfügung steht, wird im Koalitionsvertrag betont, der „Steigerung der Attraktivität des Auftraggebers Bundeswehr“ müsse hohe Priorität bekommen. „Wichtig ist es, dass der Dienst in der Bundeswehr attraktiv bleibt. Wir werden eine Attraktivitätsoffensive voranbringen…“

Bundeswehr raus aus meinem Klassenzimmer!

Werbung für die Bundeswehr und für den Krieg haben in Bildungseinrichtungen nichts zu suchen. Ich fordere meine Mitschülerinnen & Mitschüler auf, Widerstand zu leisten. Unter anderem durch:
* DISKUTIEREN über die Rolle der Bundeswehr im Pausenhof und im Unterricht.
* AUSEINANDERSETZEN mit den verantwortlichen Lehrern über das Thema.
* KONFRONTIEREN des Wehrdienstberaters mit den oben genannten Argumenten
* BOYKOTTIEREN der Unterrichtsstunden, in denen die Bundeswehr Vorträge hält.

„Ein kluger Kopf passt unter keinen Stahlhelm.“
(Albert Einstein)

SDS Regensburg
SJD – Die Falken KV Regensburg

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